Während ich noch darüber nachdenke, wie ich eine Tandem-Partnerin loswerde, kommt mir die chinesische Propagada zu Hilfe.
Die chinesische Propaganda funktioniert. Das erfahre ich im chinesischen Alltag immer wieder. So zum Beispiel gestern bei einer Einladung zu einem Abendessen. Das Ganze hätte, wie ich später herausfand, eigentlich so eine Art Verkupplungsaktion werden sollen. Zugegen waren zwei ältere Damen im Alter, in dem sie gerne Grossmütter werden, und eine 33-jährige Tochter.
Bei einer Peking-Ente begann mir die nicht gerade attraktive Tochter zu erklären, dass sie gerne Englisch lernen wolle. Und da ich ja am Chinesisch lernen sei, habe sie gedacht, also man könnte ja zusammen... also so eine Art Sprachtandem... Was soll man sagen? Das Argument, dass ich am anderen Ende der Stadt wohne, zog irgendwie nicht. Ich musste also, um den Anstand zu wahren zusagen und hoffen, dass sie irgendwann einsieht, dass ich halt „always very busy" bin.
Doch dann kam mir überraschend die chinesische Propaganda zu Hilfe. Sie fragte mich nämlich, was ich arbeite. Ich erklärte ihr, dass ich als Journalist tätig sei. „Wirklich? Das ist nicht gut", meinte sie. Ich frage sie wieso. „Die meisten ausländischen Journalisten sind Spione. Und ich arbeite für die Regierung. Da ist es vielleicht besser, wenn wir uns doch nicht treffen."
Danke, Regierung! denke ich. Für einmal kann man dich brauchen! Nur frage ich mich, was genau ich denn spionieren könnte. Zumindest offiziell arbeitet sie dort als Komponistin.
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Wer in China eine Stelle sucht und nicht zufällig Englisch als Muttersprache hat, dürfte die Suche als schwer empfinden. Unmöglich ist sie jedoch nicht.
Auch im modernen China müssen die Peking vormittags heiraten, um den Kaiser zu ehren. Angeblich können sich immer weniger eine Hochzeit leisten - dabei wäre sie eine Goldgrube!