Ein Besuch einer Künstlerparty und eine Schlägerei im Hutong. Nicht immer fühle ich mich in Peking ganz sicher, aber trotzdem wie zu hause.
Es gibt Tage, an denen fühle ich mich wie zu hause. Der vergangene Samstag war einer von ihnen. Julia, eine chinesisch-amerikanische Assistenzprofessorin, hat mich eingeladen, sie auf eine Party von Künstlern zu begleitet. Die Fete findet in einem Studio eines Artisten stat und befindet sich irgendwo im Nordwesten der Stadt. Ein schöner Raum in einer Hutong-Gegend. Die Gäste sind praktisch ausschliesslich Ausländer. In dem kleinen Atelier ist es drückend heiss, die meisten Leute stehen vor der Tür und plaudern auf der Strasse.
„Peking ist für uns eine grossartige Stadt", erklärt mir ein Installationskünstler aus Norwegen. Er ist für ein paar Tage in China, weil er hier eine Ausstellung hat. Hier gebe es nicht nur grossartige einheimische Künstler - sondern auch für internationale Kunstschaffende sei Peking ein heisses Pflaster. Dabei sei die Sitation so, dass sich der Westen vor allem für die Chinesen interessiert und die Chinesen sich gerne die Produkte aus dem Westen anschauen. „Peking ist eine Stadt des Austausches."
Viel weiter kam er mit seinen Erzählungen nicht. Plötzlich bricht ein Tumult aus. Etwa zehn Chinesen stehen vor uns in ihren Pyjamahosen und freiem Oberkörper. Sie schreien etwas und beginnen dann, auf ein paar Ausländer loszuschlagen. Wir retten uns in das Haus und schliessen uns ein. Draussen poltert die Gruppe weiter. „Was wenn die uns nun abfackeln?" ruft Julia erschrocken.
Ich habe keine Ahnung, worum es bei dem Streit geht, aber bald ist es wieder ruhig. Nach ein paar Minuten öffnet sich die Tür und zwei Polizisten kommen herein. Es ist noch heisser in dem kleinen Raum. „Nein", sagen sie. "Es darf niemand raus." Super, denke ich mir. Nun werden wir alle verhaftet wegen einer illegalen Party oder so etwas. Dabei kenne ich noch nicht einmal den Gastgeber.
Doch am Ende war es nicht so tragisch. Wir konnten den Raum nach ein paar Minuten doch verlassen. Die Polizei führt gerade zwei der Männer in den Wagen ab. Wir hören sie hinter den getönten Scheiben schreien. Es gibt ein paar Schläge. Wer auf wen eingeschlagen hat, können wir nicht sehen.
Und dann kommt die Erklärung. Die Männer hätten nicht schlafen können und wollten, dass die Party aufhöre. Als der Gastgeber dem Wunsch nach Ruhe nicht nachkam, wollte er diesem scheinbar mit Gewalt nachkommen. Und zumindest bei diesem Punkt fühlte ich mich wieder wie zu hause.
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Wer in China eine Stelle sucht und nicht zufällig Englisch als Muttersprache hat, dürfte die Suche als schwer empfinden. Unmöglich ist sie jedoch nicht.
Auch im modernen China müssen die Peking vormittags heiraten, um den Kaiser zu ehren. Angeblich können sich immer weniger eine Hochzeit leisten - dabei wäre sie eine Goldgrube!