Stellensuche in China hat mit Glück zu tun

Wer in China eine Stelle sucht und nicht zufällig Englisch als Muttersprache hat, dürfte die Suche als schwer empfinden. Unmöglich ist sie jedoch nicht.

Vergleicht man den chinesischen Arbeitsmarkt mit dem anderer Länder, stellt man leicht fest, dass China vergleichsweise offen gegenüber Ausländern ist. Es gibt kaum Beschränkungen, wer denn genau eine Stelle bekommen kann. Man muss nicht, wie etwa in Japan, mindestens einen Hochschulabschluss vorweisen, damit das Gesuch für eine Arbeitsbewilligung überhaupt überprüft wird.

Büro in Peking

Für deutschsprachige ist die Arbeitssuche indes etwas schwieriger. Wer ein ein eingermassen gutes Englisch vorweisen kann, findet in der Provinz noch immer Möglichkeiten, als Englischlehrer zu arbeiten. Allerdings gibt es an solchen Orten oft kaum ein kulturelles Leben und anders als in den Grossstädten an der Ostküste sind solche Kleinstädte oft noch stark von der kommunistischen Vergangenheit geprägt. Ein Lehrer hat mir kürzlich erzählt, dass er an seiner Wohnung keine Vorhänge anbringen durfte, "damit die Behörden immer sehen können, was er treibt." Andere haben mir auf Reisen vor ein paar Jahren erzählt, dass es ihnen verboten war, mit ihren Schülern privat zu reden. In den Kleinstädten ist auch der Lohn viel tiefer - aber eben auch die Lebenshaltungskosten.

Wer in Peking eine Stelle sucht, hat die besten Chancen, etwas als Lektor oder Korrektor zu finden. Es gibt eine Reihe von chinesischen Nachrichtenportalen, die auch Seiten in deutscher Sprache anbieten. Ich selber arbeite bei einem solchen. Desweiten bringen auch Verlage deutschsprachige Bücher heraus. Solche Stellenangebote findet man etwa auf "The Beijinger" im Internet. Sie sind allerdings vergleichsweise selten: Mehr als ein Angebot pro Monat habe ich nicht gesehen. Andere Möglichkeiten bietet sich bei Unternehmen an, die auch deutschsprachige Gäste haben. Vor ein paar Tagen sah ich etwa ein Stellenangebot in einem Olympia-Krankenhaus. Die besten Karten hat natürlich, wer von seiner Firma geschickt wird. Da entfällt auch der Papierkram. Kleinere Übersetzungsarbeiten gibt es häufig. Ebenfalls kann man sich als Privatlehrer versuchen. Aber solche Nebenjobs bringen finanziell eher wenig ein.

Erstaunt hat mich, wie einfach das Formale ging. Ich musste lediglich einen Gesundheitstest absolvieren. Der ist mit etwa 60 Euro nicht sehr teuer, aber medizinisch taugt er wohl auch nicht viel. Sowieso scheint das einzige, was sie interessiert, der AIDS-Test zu sein. Der Rest wurde nicht sehr seriös abgeklärt. Danach musste ich ins Ausland lliegen, um das Z-Visum zu erhalten. Für mich eine gute Gelegenheit nach einem halben Jahr Sprachkurs meine Familie und die Freunde wieder zu sehen.





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