Die Reise durch den Wilden Westen beginnt

Sicht auf PerthNun ist an der Zeit, dass ich mich einmal von meiner Australienreise melde. Ich reise hier schon seit gut einer Woche durch die nordaustralische Pampa, den so genannten Savannahway. Das ganze Unterfangen steht unter einem Stern namens Pressereise. Der Hintergrund des Tripps ist: Die australische Tourismusbehörde lädt mich ein, damit ich das Land kennen lerne und so etwas Nettes und vor allem Tourismusförderndes publizieren kann. Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Savannahway, der ein bisschen besser vermarktet werden soll. Er ist nämlich erst kürzlich von den Tourismusbehörden geschaffen worden und soll nun bekannter werden. Wobei „geschaffen" in diesem Zusammenhang nicht viel mehr bedeutet als „Namen geben". Die Strassen, denen dieses Touristenweg von Broome nach Cairns im Wesentlichen folgt, ist die Route des National Highway Number 1 mit ein paar Abkürzungen und Umwegen. Die Idee der Marketingexperten ist bestechend: Der Savannahway verbindet die West- mit der Ostküste und sollte die Marketingstrategie dereinst aufgehen, könnte diese Strasse die gleiche Bekanntheit erlangen, wie beispielsweise die Route 66 in Amerika. Zumindest der Blick auf der Landkarte verspricht ein grosses Potential.

Damit kommen wir schon zum ersten Problem. Ich weiss nicht, wie sehenswert die Route 66 ist, weil ich sie selber nie befahren habe. Die Australische Neukreation zumindest darbt darunter, dass es die meisten Sehenswürdigkeiten entlang der Route gerade einmal in die zweite Liga schaffen. So erinnernt mich diese Sonnenuntergang im OutbackTouristenstrassen auch ein bisschen an die Stadtrundgänge bei uns zu hause in Basel, wo Tourimus Basel versucht, mittelmässige Sehenswürdigkeiten in vier verschiedenen Routen miteinander verknüpfen. Attraktiver wird die Stadt dadurch nicht. Nun ist es natürlich nicht, so, dass Australiens Norden nichts zu bieten hätte. Doch die wenigen grossartigen Stätten wie der Bungle Bungle, der Kakadu Nationalpark oder das Grosse Barrierriff im Osten sind sehr weit entfernt, was sich wiederum stark auf den Reisealltag auswirkt: So war der erste Tag bloss ein langweiliges Abrattern von fast 400 Kilometern in unserem Toyota Landcruiser auf langen geraden Strassen in einer total flachen Landschaft. Die Gibb River Road, eine 600 Kilometer lange Abkürzung, ist eine etwas mühsam befahrbare Schotterpiste. Wobei hier auch gesagt werden muss, dass solche Strassen auch der Reiz der Gegend ausmachten. Denn solche Schotterpisten sind bemerkenswert: Wenn ich beschleunige werden beginnt es immer mehr zu rütteln, bis es irgendwann fast ganz ruhig wird. Das ist dann, wenn ich gewissermassen auf der Strasse fliege. Für erfahrene Schotterpistenchauffeure natürlich nichts Neues.

Doch Zurück zu den Sehenswürdigkeiten: Entlang der Route gibt es immer wieder solche „Mangelsehenswürdigkeiten". Ich nenne sie so, weil ich das Gefühl habe, sie wurden bloss aus Mangel besserer Optionen als „Kamarapunkte" ausgeschildert. So habe ich der Nähe von Timber Creek ein Beef Road Monument (einfach ein Stück Beton) besucht, ein Stück weiter bietet eine gewöhnliche Brücke einen Boxenstop an. Am amüsantesten sind da wohl die Ortsnamen: Chinaman Creek, Lake Disappointment und natürlich der gute alte Brandy Bottle Creek. Naja...



 
Go Login
 
 
Go {LOGIN}